Festauftakt mit krachenden Böllersalven verkündet

Karlsteiner Böllerschützengruppe feiert ihr 40jähriges Bestehen

(wb) Mit Böllerschüssen vom Pankratzfelsen herab hinein in den Bad Reichenhaller Talkessel verbreiteten die Karlsteiner Böllerschützen am Samstag, weithin hörbar, die Kunde von ihrem 40. Bestandsjubiläum, welches sie mit einer Festmesse in St. Pankratz und einem Festabend im Offiziersheim feierten. Den Gottesdienst zelebrierte Stadtpfarrer Eugen Strasser-Langefeld, musikalisch gestaltet von Chordirektor Reinhard Seidl an der Orgel und den „Höglwörther Sängern“. Als Vertreter der Stadt Bad Reichenhall wohnte der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Adldinger der Feier bei.

 Festmesse in St Pankratz - Georg Fuchs bei seiner Ansprache

 

Höglwörther Sänger

Höglwörther Sänger

Böllerschützenmeister Georg Fuchs war es eine große Freude die Fahnenabordnungen der Karlsteiner Ortsvereine und des Muttervereins G.T.E.V. D`Kranzlstoana, sowie Abordnungen aus den Nachbarvereinen an diesem wunderbaren Sommertag, an diesem exponierten Ort, hoch über der Stadt begrüßen zu können. Die Festmesse stand ganz im Zeichen des Dankes für die unfallfrei verlaufenen zurückliegenden Jahre und das Geschaffene. Pfarrer Eugen Strasser-Langenfeld erinnerte daran, dass Eucharistie feiern im tieferen Sinn auch „Danke sagen“ bedeute - für Gottes Taten an uns und den heutigen Festtag. Solche Jubiläen seien zudem eine Gelegenheit in die Geschichte zurück zu blicken, alte Fotos, Bilder und Erinnerungen aufzufrischen, so manche Anekdoten aufleben zu lassen und die Verdienste der Vereinsmitglieder und der Verstorbenen zu würdigen. Eine enge Bindung bestehe auch zwischen der St. Pankratzkirche und den Böllerschützen die ihre Festtage hier begehen, aber auch viele Jahre lang Adventsingen organisierten. Wie die Kirchenglocken auch, kündigen nach den Worten des Pfarrers die Böllerschüsse heute lautstark Kirchenfesttage und Vereinsfeste an, während sie in früherer Zeit unter anderem dazu dienten, Warnungen vor Katastrophen schnell und weithin hörbar zu verbreiten. Heute wie damals lenkten die Schüsse aber auf alle Fälle die Aufmerksamkeit auf etwas Besonderes, wie etwa bei der Vereinskreuzeinweihung der „Kranzlstona“ auf den Zenokopf am Zwiesel im Jahr 1930. Den Böllerschützen wünschte er Gottes Segen für ihre wichtige Brauchtumspflege in der Zukunft. Fünf von ihnen formulierten im Anschluss an die Predigt ihre Bitten eindrucksvoll vor dem Altar. Mit Liedern aus der Bauernmesse und sakralen Volksliedern, begleitet von einem Zitherspieler, legten die „Höglwörther Sänger, mit ihren kräftigen, gut harmonierenden Männerstimmen, einen wunderbaren Rahmen um die Eucharistiefeier. Der Organist Reinhard Seidl verstand es ergänzend vorzüglich, den Pfeifen der Orgel feierlich-festliche Tongebilde zu entlocken und die Lieder füllend zu begleiten. Obwohl die Kollekten in St. Pankratz eigentlich für die Dachsanierung des Gotteshauses angespart werden sollten stimmte Pfarrer Strasser-Langenfeld dem Vorschlag der Böllerschützen zu, das gesammelte Geld den Überschwemmungsopfern zukommen zu lassen. Spontan spendeten die Höglwörther Sänger ihr Honorar ebenfalls.
 

Böllerschüsse ins Reichenhaller Tal

Böllerschießen über dem Reichenhaller Talkessel

Festabend mit Rückblicken und Volksmusik

Selbstredend empfingen die Böllerschützen mit weiteren Schusssalven ihre Festgäste auf der Weitwiese vor dem Offiziersheim. In einer ausführlichen Chronik ließ der Böllerschützenmeister Georg Fuchs die Geschichte der letzten 40 Jahre in Wort und Bild noch einmal aufleben (Bericht folgt). Sein besonderer Dank ging an alle Unterstützer, alle honoren Spender aus dem gewerblichen und privaten Bereich, alle Unterstützer aus dem volkskulturellen Umfeld und die Helfer aus den Reihen der aktiven Schützen, den passiven Mitgliedern des Böllerschützen- und des Trachtenvereins. Bürgermeisterstellvertreter Manfred Adldinger überbrachte in einer kurzen Ansprache die Glückwünsche der Stadt, verbunden mit dem Dank für die vielfältigen Aktivitäten der Böllerschützen und dem Wunsch, dass dies auch in Zukunft so bleiben möge. Zusammen mit Georg Fuchs und seinem Stellvertreter Markus Wernthaler war es Adldinger eine Ehre, fünf Vereinsmitglieder für 25jährige Mitgliedschaft und insgesamt 15 Gründungsmitglieder für 40jährige Zugehörigkeit auszuzeichnen (wir werden noch berichten). Zwischen den offiziellen Programmpunkten verstanden es Arthur Zeindl mit humoristischen Einlagen und die „Reiteralmer Tanzlmusi“ mit frischen Tanzlmusistückln die Gäste ausgezeichnet zu unterhalten. 

Böllerschützen am Festtag
Böllerschützen Karlstein am Festtag

(Text und Fotos Werner Bauregger)